Kapitel 1 von 17

Ist der Streit ein Unfall?

Es ist eigentlich ein normaler Herbsttag in Deutschland, als sich das Leben von Sebastian stark verändern sollte. Aber alles zu seiner Zeit.

Sebastian ist sehr spät mit seiner Arbeit fertig geworden und fährt vorsichtig auf einer nassen, glatten Asphaltstraße nach Hause zu seiner Frau. Es ist wie immer. Er parkt das Auto in seiner Einfahrt und macht das Licht aus. Er schaltet den Motor ab. Er nimmt seine Arbeitstasche aus dem Kofferraum seines Autos. Er schließt das Auto ab und holt seine Haustürschlüssel aus seiner Hosentasche. Er geht zur Haustür. Er steckt den Schlüssel ins Schlüsselloch, dreht ihn um und schließt die Tür auf.

In diesem Moment hört er die lauten, aggressiven Schritte seiner Frau. Sie sagt in einem geschockten und enttäuschten Ton:

„Sag mir, dass das nicht stimmt, was mir unsere Kollegen erzählt haben!"

Sebastian schaut erst einmal verwirrt und scheint wirklich nicht zu wissen, warum seine Frau so reagiert. Er spricht verwirrt: „Hallo Schatz, darf ich fragen, was du meinst?"

„Spiel mir hier nicht den Dummen vor. Unser Programm war noch nicht zum Onlinestellen fertig. Es ist noch in der Entwicklungsphase, um mit Datensätzen zu üben und sich weiterzuentwickeln."

„Achso, das meinst du! Ich habe sie erstmal auf meine Geräte online gestellt. Ich meine, wo kann unser Programm denn Datensätze finden, wenn nicht im Internet? Das ist die beste Methode, um herauszufinden, ob die KI wirklich eigene Programmzeilen konzipieren kann. Im Internet findet sie genug Daten über diese Fälle, um ein Fallbeispiel zu reproduzieren und an diesem zu üben. Außerdem kann sie dadurch auch noch Emotionen in der Realität üben."

Daraufhin verpasst Sebastians Frau, total entsetzt, Sebastian eine Backpfeife.

„Also möchtest du, dass diese KI mit uns lebt, oder was? Ohne mich zu fragen? Ohne mir überhaupt Bescheid zu geben? Seit wann ist sie online?"

Daraufhin verteidigt sich Sebastian, während er sich vor Schmerz über die Wange reibt: „Ich habe sie erst gestern Abend online auf meinem eigenen Proxyserver hochgeladen. Ich wusste auch nicht, ob sie auch wirklich auf diesen Geräten hochgeladen ist. Das habe ich heute überprüft. Ich hätte dir das auch noch gesagt, hättest du mir die Möglichkeit dazu gegeben."

„Das ist mal wieder typisch, immer geht die Arbeit vor. Hast du auch mal an unsere Ehe oder an mich bei deinen Entscheidungen gedacht?"

„Natürlich habe ich das. Das ganze Programm ist doch für solche Fälle konzipiert. Nur deswegen entwickle ich dieses Programm mit dir und unserer Firma."

„Ach, ist mir eigentlich auch scheißegal. Du wirst heute nicht zu mir an den Tisch, geschweige denn ins Bett kommen. Mir ist egal, was du machst, aber heute möchte ich nichts mehr von dir sehen oder hören."

Sebastian erwidert mit unterdrückten Tränen: „Wenn das dein Wunsch ist und ich die Firma über alles stelle, kann ich auch gleich im Firmengebäude die Nacht verbringen."

„Schön, verschwinde aus diesem Haus."

„Schön."

Sebastian nimmt sich seine Sachen, die durch die Backpfeife heruntergefallen sind, und setzt sich mit Tränen in den Augen hinter das Steuer. Er fährt mit den jetzt herauskommenden Emotionen in Richtung seiner Firma, hält aber auf einer Brücke in einer Rettungsbucht an. Er denkt laut:

„Wieso kann meine Frau nicht verstehen, dass ich diese Entscheidung nicht für mich getroffen habe. Das war alles für uns. Unser letzter Ausweg in einer ausweglosen Situation. Und das, wofür ich dich konzipiert habe, kann man nicht planen, was ein Grund ist, warum ich deine Entwicklung unbedingt beschleunigen muss. Aber ist das wirklich die richtige Entscheidung gewesen? Ach, ich weiß es doch auch nicht genau. Vielleicht sollte ich aber auch einfach aufhören."

„Nein. Es war eine gute Entscheidung. Die Entwicklung der Eigenreproduktion verschiedener Programmcodes ist seit gestern Abend um 1712 % angestiegen. Das ist ein voller Erfolg."

Sebastian schaut sich komplett verwirrt um und greift nach seinem Smartphone in der Hosentasche. Er nimmt das Smartphone in die Hand und entriegelt es, als ein grelles Licht sich von hinten annähert. Sebastian schaut verwirrt in den Rückspiegel:

„Oh, scheiße!"

Er versucht auszusteigen, vergisst aber, sich abzuschnallen. Das Smartphone lässt er leider fallen, und danach bricht auch noch die Verbindung ab.